Ja, die liebe Verpflegung. Nicht nur auf längeren Touren ein sehr wichtiges Thema. Aber das sieht doch schon mal sehr gut aus!

 

Gut 6 Jahre ist es nun her, dass wir uns in der Familie genauer mit dem Thema der Ernährung auseinandersetzen mußten.

Ich habe schon immer gerne selber gekocht, leider auch viel Mist zusammengerührt. Hähnchenfilet vom Discounter ist so ein Beispiel….. Heute kann ich sagen: Das will ich nicht essen! Warum? Weil es ekelhaft ist! Habt ihr euch schon mal die Bedingungen in einer konventionellen Geflügelzucht angesehen? Ekelhaft! Aus hygienischen und ethischen Gründen will und kann ich sowas einfach nicht (mehr) essen. So fing alles an beim Thema der Umstellung der Ernährung.

Dann war da noch eine "Laktose-Intoleranz", die Frau und Tochter heimsuchte. Und da geht's dann los….. Wo überall Milch enthalten ist, merkt man erst, wenn man allergisch darauf reagiert. Wir waren also gezwungen immer besser nachzusehen was wo drin ist.

Durch das konsequente Vermeiden von "synthetischen" Inhaltsstoffen, besonders von geschmacksverstärkenden Substanzen, reinigt man sich von innen heraus. Somit bemerkte ich sehr schnell, dass ich so etwas wie eine Allergie gegen eben Geschmacksverstärker habe. Heute kann ich es teilweise bereits am Geruch erkennen, ob etwas im Essen ist. Merke ich es nicht und esse z.B. am Abend etwas, dann habe ich Schlafstörungen. An tiefen, erholsamen Schlaf ist dann nicht zu denken. Ich schwitze, vergleichbar mit einer Erkältung, und fühle mich generell als würde sich eine Grippe anbahnen. Der kommende Tag ist dann entsprechend. Ich fühle mich wie "gerädert" und bei Bewegung verliere ich ungewöhnlich viel Wasser.

 

Wir gehen folglich so gut wie gar nicht mehr essen. Ich behaupte, wir essen besser und gesünder bei uns daheim. Ausserdem ist es ja schon eine Herausforderung eine einfache Portion Pommes zu bekommen, ohne "Fritten-Salz"…… Kennt ihr das? Das komisch rote Zeug? Nein, das ist nicht nur Paprika-Pulver! Das ist eben auch eine Mischung aus verschiedenen "Aroma-Trägern". Ekelhaft! So ist es leider fast überall in Deutschland. Restaurants zu finden, wo noch natürlich gekocht wird, ist nicht so leicht. Wenn es einem egal ist, was man für Zeug in sich rein schaufelt, ok. Das muss jeder für sich entscheiden. Für mich ist es aber ein echtes Problem. Besonders auf Touren bei denen mein Körper funktionieren muss. Ich erinnere mich an den Westweg, wo ich fast nichts bekommen konnte. In den Herbergen oder Restaurants war es schon schwierig den Köchen zu erklären, dass es keine "neumodische Spinnerei" ist, wie Veganismus, sondern ein gesundheitliches Problem! Nebenbei: Wir ernähren uns weitestgehend vegetarisch: wenn Fleisch, dann selten und aus entsprechender Haltung. Dann kostet´s und das ist auch richtig so! Denn die Erzeugung von echtem Bio-Fleisch ist eben nicht günstig!

Vegan geht mir noch zu weit. Dennoch ist diese Entscheidung keine Spinnerei für mich, sondern sehr nachvollziehbar.

 

Also eine echte Herausforderung auf vielen Touren. In südlichen Ländern, abseits von Massentourismus, ist das noch ganz anders! Für uns ein Traum! Produkte aus Ziegen- und Schafsmilch vertragen meine Frau und Tochter völlig problemlos. Und von künstlichen Geschmacksverstärkern hat man in abgelegenen Gegenden Europas zwar gehört, aber Verwendung finden sie zum Glück noch nicht. In solchen Gegenden brauchen wir nicht zu fragen und erklären….. Wir bestellen einfach.. Eine Wohltat!

 

In Deutschland bedeutet das für mich. Ich backe mein eigenes Brot und nehme es mit. Eingewickelt in ein Tuch hält es sich länger als mein Hunger es zulässt. Dazu gutes Olivenöl, selbstgemachtes Kräutersalz, sowie Käse und Obst und Gemüse aus Bioerzeugung. Fertig ist meine Verpflegung für die ersten Tage. Ab dem 3. Tag wird es dann spannend. Wo ich Lebensmittel herbekomme mit denen ich mir nicht mittelbar oder unmittelbar schade, bleibt abzuwarten.

Klingt dramatisch? Ist es auch! Ich will kein Monsanto-Genfutter essen! Kein pestizid - verseuchtes Gemüse oder Obst! Und ich will auch keine Backwaren aus dem großen Industriesack aller Großbäckereien. Wieviele kleine Traditionsbäckereien haben denn überlebt? Wie steht es denn mit dem Handwerk des Bäckers? Die Vielfalt des hochgelobten deutschen Brotes? Überall gibt es den selben Mist! Industrieware die aber "Vielfalt" vorgaukelt. Und wir lassen uns schön belügen. Wer genau hinsieht, erkennt schnell wie es wirklich aussieht: schlecht bezahlte Arbeitnehmer bei Bäckereiketten und Waren aus Fertigmischungen. Herkunft der Inhaltsstoffe? Unbekannt! So kommt es, dass ich ein Wikingerbrötchen in Köln und Hamburg bekomme und die Dinger sehen gleich aus und schmecken auch gleich. Nur der Name ändert sich von Region zu Region. Na vielen Dank.

 

Was für ein Abendessen. Nach einer langen Wanderung kann Käse, frische Tomaten und Gurke und ein Stück Brot ein echter Hochgenuss sein!